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Trockeneisstrahlverfahren zur wasserfreien, hygienischen Geschirrreinigung

01IF 23050 N

Da das Optimierungspotential herkömmlicher Geschirrspülprozesse nahezu ausge-schöpft ist, ist eine über den Stand der Technik hinausgehende Reduktion des Betriebsmittelbedarfs nur durch einen Technologiewechsel zu erzielen.

Ziel des Forschungsvorhabens ist ein Strahlverfahren zur Geschirrreinigung, das eine maschinelle Vorabräumung mittels eines Luftstroms, die Geschirrreinigung mit Trockeneispellets und, sofern erforderlich, eine nachfolgende UV-Behandlung zur weiteren Keimreduktion umfasst.

Dazu sind spezielle Strahldüsen zu entwickeln, geeignete Prozessparameter zu erforschen und eine entsprechende Anlage (Funktionsmuster) zu konzipieren. Gastronomiebetrieben inkl. Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung, die oftmals von Reinigungsdienstleistern betrieben werden, wird ein Strahlverfahren mit Trockeneispellets zur Verfügung gestellt, das eine hygienisch einwandfreie Geschirrreinigung ohne den Einsatz von Wasser und Reinigungschemikalien erlaubt.

Verglichen mit herkömmlichen Geschirrspülpro-zessen sinkt zudem der Energie- und Personalbedarf. Unter der vorsichtigen Annahme, dass nur 10 % der jährlich in Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung anfallenden Geschirrmenge (über 3 Mrd. Gedecke) mit dem neuen Strahlverfahren gereinigt werden, ergeben sich Einsparungen.

Da CO2 (z.B. aus industriellen Prozessen) zur Geschirrreinigung genutzt wird, kann das Strahlverfahren einen Betrag zum Erreichen klimapolitischer Ziele („Green Deal“) leisten.

Dabei ist zukünftig sogar ein weitestgehend klima-neutraler Betrieb solch einer Anlage vorstellbar: Küchenabfälle und bei der Geschirrreinigung abgelöste Speisereste können vor Ort zur Biogaserzeugung dienen; das dabei entstehende CO2 kann zusammen mit dem bei der Geschirrreinigung anfallenden CO2 (Sublimation der Pellets) zurückgewonnen werden.

Technologien zur Rückgewinnung kleiner CO2-Mengen aus Gasströmen befinden sich derzeit in Entwicklung.

Das IGF-Pro­jekt 23050 N der For­schungs­ver­ei­ni­gun­g Eu­ro­päi­sche For­schungs­ge­mein­schaft Rei­ni­gungs- und Hy­gie­ne­tech­no­lo­gie e.V., Cam­pus Fich­ten­hain 11, 47807 Kre­feld, wird im Rah­men des Pro­gramms zur För­de­rung der in­dus­tri­el­len Ge­mein­schafts­for­schung und -ent­wick­lung (IGF) vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Kli­ma­schutz auf­grund eines Be­schlus­ses des Deut­schen Bun­des­ta­ges ge­för­dert.