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Spezialenzyme zur Oxidation und Degradation von Kohlenwasserstoffen und deren beispielhafte Anwendung in Wasch- und Reinigungsverfahren

01IF 23097 N

Die Verwendung von Kohlenwasserstoffen in Industrie und Handwerk stellt in der Reinigungsbranche tätige Unternehmen vor große Herausforderungen: Da Kohlenwasserstoffe unpolar und lipophil sind, lassen sich Kontaminationen nur mit hohem Aufwand oder/und unter Einsatz toxikologisch bedenklicher Lösemittel entfernen.

Kohlenwasserstoffe sind, u.a. in Form von Polymeren bzw. Mikrokunststoffen, in verschiedenen Pflegemitteln enthalten, z.B. als synthetische Wachse in Pflegedispersionen. Aufgrund der stetigen Bemühungen der EU-Kommission, die Mikroplastikemission zu senken, wächst in der Branche die Sorge, dass zukünftig auch solche Pflegemittel reglementiert werden.

Ziel des Forschungsvorhabens ist, Mikroorganismen aus der Umwelt (z.B. Kläranlagen, Mülldeponien) zu isolieren und mit speziellen molekularbiologischen bzw. biotechnologischen Verfahren (z.B. Metagenom- und Metatranskriptomanalyse, bioinformatische Analyse Enzym-kodierender Sequenzen unter Einsatz von Sequenzdatenbanken), in Kombination mit aktivitätsbasierten Methoden, Enzyme bzw. Enzymklassen zu identifizieren, die Kohlenwasserstoffe oxidieren und degradieren.

Geeignete Methoden sind zu entwickeln, die ein aktivitätsbasiertes Enzymscreening unter Einsatz praxisrelevanter, nicht wasserlöslicher Substrate und unter praxisnahen Bedingungen erlauben.

Auf Basis solcher Spezialenzyme lassen sich Wasch- und Reinigungsverfahren entwickeln, bei deren Anwendung sich für im Leasinggeschäft tätige textile Dienstleister wirtschaftliche Vorteile bei der Aufbereitung von Berufskleidung aus Industrie und Handwerk und für Gebäudereiniger wirtschaftliche Vorteile bei der Grundreinigung von textilem Bodenbelag ergäben.

Das IGF-Pro­jekt 01IF 23097 N der For­schungs­ver­ei­ni­gun­g Eu­ro­päi­sche For­schungs­ge­mein­schaft Rei­ni­gungs- und Hy­gie­ne­tech­no­lo­gie e.V., Cam­pus Fich­ten­hain 11, 47807 Kre­feld, wird im Rah­men des Pro­gramms zur För­de­rung der in­dus­tri­el­len Ge­mein­schafts­for­schung und -ent­wick­lung (IGF) vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Kli­ma­schutz auf­grund eines Be­schlus­ses des Deut­schen Bun­des­ta­ges ge­för­dert.