Thermosolubilisierbare Hydrophobierungssysteme auf Basis nachwachsender Rohstoffe
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Eine regelmäßige Fassadenreinigung ist für den Werterhalt eines Objektes unerlässlich. Insbesondere die Reinigung poröser Fassadenmaterialien (z. B. Putz) ist mit derzeit verfügbaren Verfahren jedoch nur unter hohem Personal- und Zeitaufwand möglich.
Dies gilt besonders für Wärmedämmverbundsysteme (WDVS), die i. d. R. mit einer wasserabweisenden Beschichtung versehen werden müssen, um einen feuchtigkeitsinduzierten Schimmel- und Pilzbefall zu verhindern. Die Anschmutzung der WDVS wird durch die Hydrophobierung nicht verhindert.
Die Entfernung von auf WDVS vorliegenden Anschmutzungen wird im Reinigungsprozess durch die sehr geringe Benetzbarkeit der hydrophobierten Oberfläche durch Wasser jedoch extrem erschwert.
Mit dem Ziel, eine effiziente Reinigung von WDVS zu ermöglichen, wurden ausgehend von nachwachsenden Rohstoffen Hydrophobierungssysteme entwickelt, deren Wasserlöslichkeit über die Temperatur gesteuert wird (thermosolubilisierbare Hydrophobierungssysteme).
Hierdurch ist das thermosolubilisierbare Hydrophobierungssystem im Gegensatz zu herkömmlichen Systemen nicht permanent am Fassadenmaterial gebunden, sondern lässt sich kontrolliert beim Reinigungsprozess (z. B. Niederdruckverfahren mit Wasser, T ≥ 100 °C) zusammen mit anhaftendem Schmutz entfernen.
Thermosolubilisierbare Hydrophobierungssysteme basieren auf speziell zu entwickelnden thermolabilen Mikrokapseln, die am WDVS haften und zur Bindung von hydrophobierenden Agenzien (Monofettsäuren) dienen.
Durch Ausrichtung der Alkylketten der hydrophobierenden Agenzien zur Luftgrenzfläche wird die Hydrophobierung beschichteter WDVS erzielt. Unter Reinigungsbedingungen verlieren die Mikrokapseln durch Wärmeeinwirkung ihre Integrität und zerfallen unter Freisetzung solubilisierender Agenzien.
Die ausgerichtete Struktur der hydrophoben Alkylketten an der Fassadenoberfläche wird aufgehoben, so dass das WDVS mit Wasser benetzt wird. Die solubilisierenden Agenzien bilden mit den zuvor an den Mikrokapseln gebundenen hydrophobierenden Agenzien amphiphile Komplexe aus, die Schmutz und Kapselreste mizellar einlagern, wodurch das Hydrophobierungssystem im Wasser gelöst wird.
Im Anschluss an die Reinigung erfolgt die 2-stufige Reapplikation (z. B. Sprühapplikation) des thermosolubilisierbaren Hydrophobierungssystems als wässrige Dispersion.
Der Forschungsbericht ist auf Anfrage bei FRT erhältlich.