Automatisierter Lab-on-Chip-basierter Schnellnachweis von Candida auris
01IF24622N
Ziel des beantragten Forschungsvorhabens ist ein automatisierter, hochsensitiver Lab-on-Chip-basierter Schnellnachweis für C. auris, der vor Ort ohne mikrobiologisches Fachpersonal kostengünstig durchführbar ist. Das Nachweisprinzip basiert auf der Erzeugung von Metallnanopartikeln auf lebenden C. auris-Zellen nach deren selektiver Bindung über C. auris-spezifische Antikörper und der anschließenden hochsensitiven Detektion der Metallpartikel-dekorierten C. auris-Zellen mittels oberflächenverstärkter Raman-Mikroskopie (engl.: surface-enhanced Raman spectroscopy; SERS). Die biosynthetische Erzeugung der Metallnanopartikel begründet sich in der Reduktion von zuvor elektrostatisch an den Zellen angelagerten Metallionen durch das Reduktionpotential der sich auf der Zelloberfläche befindlichen Proteine und Polysaccharide. Tote Zellen weisen kein Redoxpotential auf, d.h. die Partikelbildung erfolgt ausschließlich auf lebenden C. auris-Zellen.
Unter Einsatz des C. auris-Nachweises können Reinigungs- und Hygienedienstleister der Hygienekommission der Krankenhäuser den Erfolg durchgeführter Reinigungs-/Desinfektionsmaßnahmen unmittelbar belegen. Ggf. notwendige Korrekturmaßnahmen können sofort eingeleitet werden. Kritische Punkte (häufiger Haut-/Handkontakt) können von der Hygienekommission festgelegt und durch Reinigungs- und Hygienedienstleister regelmäßig hinsichtlich C. auris-Kontaminationen untersucht werden. Anhand der erhaltenen Daten können die Hygienefachkräfte Hygienepläne optimieren und Strategien zur Vermeidung von Kontaminationen verbessern, die essentiell für die Prävention nosokomialer C. auris-Fälle und Eindämmung der Verbreitung von C. auris sind. Unter Anwendung des Lab-on-Chip-basierten Schnellnachweises für C. auris können Reinigungs- und Hygienedienstleister (vorwiegend KMU) ihren Marktanteil im Bereich Krankenhausreinigung ausbauen.