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Ent­wick­lung eines Ver­fah­rens zur Ver­bes­se­rung der Rei­ni­gung und Hy­gie­ne tex­ti­ler Bo­den­be­lä­ge auf der Basis von Koh­len­di­oxid-Cla­th­ra­ten

IGF 17402 N

 

Tex­ti­le Bo­den­be­lä­ge wer­den in gro­ßem Um­fang ein­ge­setzt. Dies gilt mehr und mehr auch für den Ge­sund­heits- und Hy­gie­ne­be­reich. Die Rei­ni­gung tex­ti­ler Bo­den­be­lä­ge stellt die Ge­bäu­de­rei­ni­gungs­un­ter­neh­men vor große Her­aus­for­de­run­gen. Die ef­fi­zi­en­te und hy­gie­ni­sche Rei­ni­gung tex­ti­ler Bo­den­be­lä­ge ist nur im Rah­men einer Grund­rei­ni­gung mög­lich. Hier­bei bringt das wich­tigs­te Ver­fah­ren, die Sprü­hex­trak­ti­on, ver­schie­de­ne Nach­tei­le mit sich. Hier­zu ge­hö­ren der hohe Was­ser­ein­trag, die dar­aus re­sul­tie­ren­den lan­gen Trock­nungs­zei­ten und damit ver­bun­de­nen Still­stand­zei­ten für die Be­trei­ber, aber auch die po­ten­ti­el­le Schä­di­gung des tex­ti­len Bo­den­be­lags.

Im Rah­men des vor­lie­gen­den For­schungs­vor­ha­bens wur­den erst­mals Koh­len­di­oxid-Cla­th­ra­te für die Rei­ni­gung tex­ti­ler Bo­den­be­lä­ge ver­wen­det. Diese Koh­len­di­oxid-Cla­th­ra­te wur­den so­wohl in rei­ner Form als auch mit ein­ge­la­ger­tem Etha­nol in einem 10 l-Druck­re­ak­tor aus Koh­len­di­oxid und Was­ser sowie Zu­satz des ent­spre­chen­den Ad­di­tivs bei Drü­cken zwi­schen 30 und 50 bar und Tem­pe­ra­tu­ren zwi­schen 0 °C und 5 °C her­ge­stellt. Zur Cha­rak­te­ri­sie­rung der Koh­len­di­oxid-Cla­th­ra­te wur­den neben TOC-Mes­sun­gen auch Dich­te­be­stim­mun­gen auch UV-VIS-Mes­sun­gen durch­ge­führt. Eine La­ge­rung der Cla­th­ra­te war bei Tem­pe­ra­tu­ren von -20 °C über meh­re­re Tage mög­lich. Die Auf­tra­gung der Cla­th­ra­te auf die tex­ti­len Bo­den­be­lä­ge er­folg­te mit Hilfe einer Druck­strahl­an­la­ge.

Das ent­wi­ckel­te Cla­th­rat-Rei­ni­gungs­ver­fah­ren be­sitzt im Ver­gleich zum Sprü­hex­trak­ti­ons-ver­fah­ren ent­schei­den­de Vor­tei­le: Mit ihren ein­zi­gen Be­stand­tei­len Was­ser und Koh­len­di­oxid sind die Cla­th­ra­te öko­lo­gisch und to­xi­ko­lo­gisch un­be­denk­lich. Ohne den tex­ti­len Bo­den­be­lag zu schä­di­gen, sind die Cla­th­ra­te als Fest­stoff ap­pli­zier­bar und auch wie­der ent­fern­bar. Dies er­mög­licht auf­grund der ge­rin­gen Rest­feuch­te be­reits nach kur­zer Zeit die Be­geh­bar­keit der Bo­den­be­lä­ge. Die Zeit­räu­me, in denen die tex­ti­len Bo­den­be­lä­ge nicht ge­nutzt wer­den kön­nen, wer­den durch das ent­wi­ckel­te Cla­th­rat-Ver­fah­ren auf ein Mi­ni­mum re­du­ziert. Das Cla­th­rat-Ver­fah­ren zeigt bei der Ent­fer­nung un­ter­schied­li­cher An­schmut­zun­gen auf un­ter­schied­li­chen tex­ti­len Bo­den­be­lä­gen mit dem Sprü­hex­trak­ti­ons­ver­fah­ren ver­gleich­ba­re Er­geb­nis­se.

Auch die Des­in­fek­ti­ons­wir­kung des Cla­th­rat-Ver­fah­rens bei der Rei­ni­gung mi­kro­bi­el­ler An­schmut­zun­gen ist mit dem Sprü­hex­trak­ti­ons­ver­fah­ren ver­gleich­bar. Auf­grund die­ser Er­geb­nis­se sowie der hohen Flä­chen­leis­tung und der nied­ri­gen Kos­ten stellt das neue Ver­fah­ren zur Rei­ni­gung tex­ti­ler Bo­den­be­lä­ge mit Koh­len­di­oxid-Cla­th­ra­ten eine vor­teil­haf­te Al­ter­na­ti­ve zum kon­ven­tio­nel­len Grund­rei­ni­gungs­ver­fah­ren dar.

Das IGF-Pro­jekt 17402 N der For­schungs­ver­ei­ni­gung Eu­ro­päi­sche For­schungs­ge­mein­schaft Rei­ni­gungs- und Hy­gie­ne­tech­no­lo­gie e.V., Cam­pus Fich­ten­hain 11, 47807 Kre­feld, wurde über die AiF im Rah­men des Pro­gramms zur För­de­rung der in­dus­tri­el­len Ge­mein­schafts­for­schung und -ent­wick­lung (IGF) vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und En­er­gie auf­grund eines Be­schlus­ses des Deut­schen Bun­des­ta­ges ge­för­dert.

 

Der For­schungs­be­richt ist auf An­fra­ge bei der FRT er­hält­lich.

Das IGF-Pro­jekt 17402 N der For­schungs­ver­ei­ni­gun­gen Eu­ro­päi­sche For­schungs­ge­mein­schaft Rei­ni­gungs- und Hy­gie­ne­tech­no­lo­gie e.V., Cam­pus Fich­ten­hain 11, 47807 Kre­feld, und der Fogra For­schungs­ge­sell­schaft Druck e.V., Streit­feld­stra­ße 19, 81673 Mün­chen, wurde über die AiF im Rah­men des Pro­gramms zur För­de­rung der in­dus­tri­el­len Ge­mein­schafts­for­schung und -ent­wick­lung (IGF) vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und En­er­gie auf­grund eines Be­schlus­ses des Deut­schen Bun­des­ta­ges ge­för­dert.