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Real-time Hygienemonitore auf Basis Stimulus-sensitiver Liposomen

IGF 19849 N

In Deutschland sterben jährlich bis zu 70.000 Menschen durch Infektionen, welche durch nosokomiale Erreger ausgelöst wurden. Neben den Händen stellen Textilien und Oberflächen eine Kontaminationsquelle für nosokomiale Erreger dar. Bis zu 60 % der Arbeitskleidung in Krankenhäusern ist mit nosokomialen Erregern kontaminiert. Dadurch besteht eine hohe Übertragungsgefahr über getragene Arbeitskleidung.

Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene e.V. empfiehlt je nach Art der Arbeitskleidung für Pflegeberufe einen Wechsel nach den individuellen Gegebenheiten bei der Arbeit, wie z.B. dem visuell sichtbaren Verschmutzungs- oder Kontaminationsgrad, sieht jedoch einen in der Regel zweitäglichen Wechsel vor.

Ein Wechsel kann jedoch häufiger bzw. bei Kontamination sofort erforderlich sein. Der anforderungsgerechten Reinigung und Desinfektion kommt nach Expertenmeinung aus infektionsprophylaktischen Gründen ein hoher Stellenwert zu, der effektiver Kontrollmaßnahmen im Rahmen des Hygienemanagements bedarf.

Qualifizierte externe Dienstleister überwachen und dokumentieren kontinuierlich den Erfolg, der von ihnen durchgeführten Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen (Textilaufbereitung, Flächenreinigung bzw. -desinfektion) durch Endprodukt- oder Prozesskontrollen.

Durch diese Kontrollen werden aber mikrobiologische Kontaminationen, die zwischen den Aufbereitungszyklen auf Textilien (Arbeitskleidung) bzw. den Reinigungs-/Desinfektionsmaßnahmen auf Oberflächen entstehen, nicht erfasst, so dass gegenwärtig die Gefahr der Verbreitung nosokomialer Erreger besteht.

Ziel des Forschungsprojektes war ein Hygienemonitor, der es erlaubt, eine Kontamination mit relevanten nosokomialen Erregern zeitnah zu identifizieren. Der Hygienemonitor basiert auf Stimulus-sensitiven Liposomen, welche bei Kontakt mit spezifischen Zielkeimen (relevante nosokomiale Erreger wie z.B. Staphylococcus aureus) die Integrität ihrer Membran verlieren.

Stimulus-sensitive Liposomen gegen S. aureus konnten erfolgreich entwickelt und der Mechanismus der Stimulus-sensitiven Öffnung durch Integration von mit Fluoreszenzfarbstoff (FITC)-gekoppelten Antikörpern in der Liposomenmembran untersucht und erstmals erfolgreich demonstriert werden.

Das IGF-Pro­jekt 19849 N der For­schungs­ver­ei­ni­gun­gen Eu­ro­päi­sche For­schungs­ge­mein­schaft Rei­ni­gungs- und Hy­gie­ne­tech­no­lo­gie e.V., Cam­pus Fich­ten­hain 11, 47807 Kre­feld, wurde über die AiF im Rah­men des Pro­gramms zur För­de­rung der in­dus­tri­el­len Ge­mein­schafts­for­schung und -ent­wick­lung (IGF) vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und En­er­gie auf­grund eines Be­schlus­ses des Deut­schen Bun­des­ta­ges ge­för­dert.