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Enzym-Januspartikel-Indikator zur Kontrolle des Hygienestatus von Oberflächen

IGF 19852 N

In hygienisch anspruchsvollen Bereichen sind Hygiene-Qualitätsmanagement (QM)-Systeme von großer Bedeutung, da die hygienischen Anforderungen stetig steigen. Zur Überprüfung der Qualität der in den QM-Systemen festgelegten Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen werden routinemäßig stichprobenartige Endproduktkontrollen vorgenommen.

Derzeit werden Abklatschplatten zur Beprobung der Oberflächen verwendet, die von externen mikrobiologischen Fachlaboratorien inkubiert und ausgewertet werden müssen. Dies erfordert einen Zeitraum von mindestens zwei Tagen (Bestimmung von Gesamtkeimzahl und hygienerelevanten Mikroorganismen) und führt zu hohen Kosten. Deshalb besteht ein großer Bedarf nach innovativen Verfahren, die zeitnah eine Bestimmung hygienerelevanter Mikroorganismen sowie der Gesamtkeimzahl auf Oberflächen im Rahmen einer Eigenkontrolle ermöglichen.

Vor diesem Hintergrund wurde im Rahmen des Forschungsprojektes ein neues Verfahren zum Nachweis von Mikroorganismen auf Oberflächen auf der Basis von Enzym-Januspartikel-Indikatoren entwickelt. Derartige Enzym-Januspartikel-Indikatoren bestehen aus Enzym-Januspartikel-Komplexen, in denen die Enzymaktivität durch funktionalisierte Januspartikel inhibiert wird, und einem spezifischen chromogenen Substrat; diese sind in einer Hydrogelmatrix inkludiert.

Das Nachweisprinzip beruht auf der Wiederherstellung der Aktivität der Enzyme bei Bindung der zur Inhibierung eingesetzten funktionalisierten Januspartikel an lebende Mikroorganismen unter Aufhebung des Enzym-Januspartikel-Komplexes. Das chromogene Substrat wird von den aktiven Enzymen unter Bildung eines farbigen Spaltproduktes umgesetzt, was zu einer visuell wahrnehmbaren Farbänderung des Enzym-Januspartikel-Indikators führt.

Durch die Projektergebnisse wird Reinigungsdienstleistern ein Verfahren zur schnellen Ermittlung des Hygienezustands von Oberflächen zur Verfügung gestellt, das im Rahmen einer Eigenkontrolle kostengünstig ohne Einsatz komplizierter Auswertesysteme durchführbar ist. Hierdurch können ggf. notwendige Korrekturmaßnahmen umgehend eingeleitet und die Hygienesicherheit optimiert werden. Durch Anwendung des neuen Verfahrens können Reinigungsdienstleister die Kosten für Hygienekontrollen drastisch senken.

Der Forschungsbericht ist auf Anfrage bei der FRT erhältlich.

Das IGF-Pro­jekt 19852 N der For­schungs­ver­ei­ni­gun­gen Eu­ro­päi­sche For­schungs­ge­mein­schaft Rei­ni­gungs- und Hy­gie­ne­tech­no­lo­gie e.V., Cam­pus Fich­ten­hain 11, 47807 Kre­feld, wurde über die AiF im Rah­men des Pro­gramms zur För­de­rung der in­dus­tri­el­len Ge­mein­schafts­for­schung und -ent­wick­lung (IGF) vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und En­er­gie auf­grund eines Be­schlus­ses des Deut­schen Bun­des­ta­ges ge­för­dert.