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MRSA-Nachweis auf der Basis von Upconversion-Glasfasern

IGF 20304 N

Ziel des Forschungsvorhabens ist ein optochemischer Sensor, der einen unmittelbaren MRSA-Nachweis vor Ort ermöglicht. Der optochemische Sensor enthält eine Upconversion-Glasfaser, d.h. auf der Oberfläche der Glasfaser sind Phagen-funktionalisierte Upconversion-Partikel (UCPs) gebunden, die als Messaufnehmer des Sensors dienen. Wird NIR-Licht durch die Upconversion-Glasfaser geleitet, werden die UCPs zur Lumineszenz angeregt, das Lumineszenzlicht in die Glasfaser eingekoppelt und am Photodetektor erfasst.

Das Nachweisprinzip des optochemischen Sensors basiert auf der Quenchung der Lumineszenz der Phagen-funktionalisierten UCPs nach Bindung lebender S. aureus-Zellen und Markierung gebundener MRSA-Zellen durch Antikörper-funktionalisierte Goldnanopartikel, wodurch die Intensität des Lumineszenzlichts verringert wird.

Der optochemische Sensor erlaubt die sofortige Identifizierung und Isolierung MRSA-kolonisierter Patienten. Unter Einsatz des Sensors können Reinigungs- und Hygienedienstleister der Hygienekommission von Krankenhäusern den Erfolg durchgeführter Reinigungs-/Desinfektionsmaßnahmen unmittelbar belegen. Ggf. notwendige Korrekturmaßnahmen können sofort eingeleitet werden.

Kritische Punkte, die häufigem Haut-/Handkontakt unterliegen, können von der Hygienekommission festgelegt und regelmäßig durch Reinigungs- und Hygienedienstleister hinsichtlich einer MRSA-Kontamination untersucht werden. Anhand der erhaltenen Daten können Hygienefachkräfte unter Mitwirkung der externen Dienstleister Hygienepläne kontinuierlich optimieren und Strategien zur Vermeidung von Kontaminationen verbessern, die von essentieller Bedeutung für die Prävention nosokomialer MRSA-Fälle und die Eindämmung der Verbreitung von MRSA sind.

Das IGF-Pro­jekt 20304 N der For­schungs­ver­ei­ni­gun­gen Eu­ro­päi­sche For­schungs­ge­mein­schaft Rei­ni­gungs- und Hy­gie­ne­tech­no­lo­gie e.V., Cam­pus Fich­ten­hain 11, 47807 Kre­feld, wurde über die AiF im Rah­men des Pro­gramms zur För­de­rung der in­dus­tri­el­len Ge­mein­schafts­for­schung und -ent­wick­lung (IGF) vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und En­er­gie auf­grund eines Be­schlus­ses des Deut­schen Bun­des­ta­ges ge­för­dert.