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Duplex-Amplifikationsverfahren zum in situ-Schnellnachweis hygienerelevanter Keime auf flexiblen Endoskopen

IGF 20900 N

Ziel des Forschungsvorhabens ist ein in-situ-Schnellnachweis für hygienerelevante Keime auf inneren und äußeren Endoskopoberflächen entsprechend Anlage 10 der Leitlinie zur Validierung von Endoskopaufbereitungsverfahren.

Der Nachweis einzelner hygienerelevanter Keime beruht auf der selektiven Markierung mit Aptameren aus DNA, die nach der Markierung durch thermische Denaturierung wieder quantitativ von den Keimen abgelöst und aus dem Endoskop eluiert werden können. Wiedergewonnene Aptamere werden durch Hybridisierung an komplementäre DNA-Abschnitte (Oligonukleotide) auf spezifischen Auswertefeldern zum Nachweis von S. aureus, Enterobacteriaceae, Pseudomonaden und Enterokokken in einer Auswerteeinheit gebunden.

Der Nachweis der Aptamere erfolgt durch ein Duplex-Amplifikationsverfahren. Dabei binden zunächst sphärische DNA-Hybrid-Aggregate (SDHA) an die Aptamere, die zusätzlich zu den zur Bindung an Aptamere notwendigen Oligonukleotiden zahlreiche Initiator-Oligonukleotide tragen. In einem Folgeschritt werden in einer Hybridisierungskettenreaktion an den Initiator-Oligonukleotiden zahlreiche metastabile Carbon Quantum Dot funktionalisierte Oligonukleotide gebunden, so dass hochmolekulare fluoreszierende Produkte entstehen, die bei Anregung mit UV-Licht visuell ohne weitere Hilfsmittel ausgewertet werden können.

Den zunehmend mit der Aufbereitung von Medizinprodukten betrauten Reinigungs- und Hygienedienstleistern und den von den medizinischen Einrichtungen selbst betriebenen Aufbereitungseinheiten für Medizinprodukte wird ein innerbetrieblich und kostengünstig anwendbarer Schnellnachweis zur eigenständigen, innerbetrieblichen Prüfung der Aufbereitungsqualität flexibler Endoskope zur Verfügung gestellt.

Das IGF-Pro­jekt 20900 N der For­schungs­ver­ei­ni­gun­gen Eu­ro­päi­sche For­schungs­ge­mein­schaft Rei­ni­gungs- und Hy­gie­ne­tech­no­lo­gie e.V., Cam­pus Fich­ten­hain 11, 47807 Kre­feld, wurde über die AiF im Rah­men des Pro­gramms zur För­de­rung der in­dus­tri­el­len Ge­mein­schafts­for­schung und -ent­wick­lung (IGF) vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und En­er­gie auf­grund eines Be­schlus­ses des Deut­schen Bun­des­ta­ges ge­för­dert.