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Thermosolubilisierbare Hydrophobierungssysteme auf Basis nachwachsender Rohstoffe

IGF 22794 N

Ziel des Forschungsvorhabens sind thermosolubilisierbare Hydrophobierungssysteme auf Basis nachwachsender Rohstoffe, die eine effiziente Reinigung von Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) ermöglichen.

Die Bestandteile der Hydrophobierungssysteme sind biologisch abbaubar und liegen unter Anwendungsbedingungen (unter 70 °C) als feste Matrix auf den WDVS vor.

Thermosolubilisierbare Hydrophobierungssysteme basieren auf speziell zu entwickelnden thermolabilen Mikrokapseln, die am WDVS haften und zur Bindung von hydrophobierenden Agenzien (Monofettsäuren) dienen.

Durch Ausrichtung der Alkylketten der hydrophobierenden Agenzien zur Luftgrenzfläche wird die Hydrophobierung beschichteter WDVS erzielt.

Unter Reinigungsbedingungen (z.B. Niederdruckverfahren mit Wasserdampf, T über 100 °C) verlieren die thermolabilen Mikrokapseln durch Wärmeeinwirkung ihre Integrität und zerfallen unter Freisetzung solubilisierender Agenzien (zwitterionische Aminosäuren).

Die ausgerichtete Struktur der hydrophoben Alkylketten an der Fassadenoberfläche wird aufgehoben, so dass das WDVS mit Wasser benetzt wird.

Die solubilisierenden Agenzien bilden mit den zuvor an den Mikrokapseln gebundenen hydrophobierenden Agenzien amphiphile Komplexe aus, die Anschmutzungen sowie die zuvor als Kapselhülle dienenden Polymere mizellar einlagern, wodurch das Hydrophobierungssystem im Wasser gelöst wird.

Den Reinigungsdienstleistern wird durch die Projektergebnisse ein thermosolubilisierbares Hydrophobierungssystem zur Verfügung gestellt, das die effiziente Reinigung von WDVS zu einem vom Kunden (Gebäudeeigentümer/-betreiber) akzeptierten Preis ermöglicht und der politischen sowie gesellschaftlichen Forderung nach Produkten und Dienstleistungen unter Einsatz nachwachsender Rohstoffe genügt.

Das IGF-Pro­jekt 22794 N der For­schungs­ver­ei­ni­gun­g Eu­ro­päi­sche For­schungs­ge­mein­schaft Rei­ni­gungs- und Hy­gie­ne­tech­no­lo­gie e.V., Cam­pus Fich­ten­hain 11, 47807 Kre­feld, wird im Rah­men des Pro­gramms zur För­de­rung der in­dus­tri­el­len Ge­mein­schafts­for­schung und -ent­wick­lung (IGF) vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Kli­ma­schutz auf­grund eines Be­schlus­ses des Deut­schen Bun­des­ta­ges ge­för­dert.