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Tro­cken­ent­schich­tung elas­ti­scher Bo­den­be­lä­ge mit nicht ther­mi­schen At­mo­sphä­ren­druck­plas­men

IGF 18035 BG

Elastische Bodenbeläge werden für eine optimale Reinigungsfähigkeit meist mit einer temporären Beschichtung auf Polymerbasis versehen, welche die Schmutzhaftung auf den Belägen minimiert. Nach längerer Nutzungsdauer ist vor allem in Bereichen hoher Beanspruchung eine nasschemische Grundreinigung und Neubeschichtung notwendig, um die Bodenbeläge wieder in einen optisch einwandfreien Zustand zu versetzten und Verschleißerscheinungen zu minimieren. Die Grundreinigung weist jedoch die Nachteile langer Trocknungsdauer, hohen Personalaufwands und hohen Wasser- und Chemikalienverbrauchs auf.

Ziel des Forschungsprojektes war die Entwicklung eines neuen wasserfreien Grundreinigungsverfahrens auf der Basis von Atmosphärendruckplasma, das keine Trocknungszeiten vor einer Neubeschichtung erfordert und dadurch die erzielbaren Flächenleistungen des Gebäudereinigers deutlich erhöht. Hierzu wurden zunächst erneuerbare plasmaaktive Pflegebefilmungen entwickelt, die einerseits gute Haftung auf den Bodenbelägen aufweisen und andererseits durch eine Plasmabehandlung wieder leicht von den Belägen zu entfernen sind.

Die Pflegebefilmungen wurden im Zweischichtverfahren entwickelt. Die untere Schicht (Intumeszenzschicht) sorgt für eine Absorption der durch das Plasma entstehenden Wärme und wird zusammen mit einer oberen Wärmeleitschicht während der Behandlung der Beläge „abgesprengt“. Des Weiteren wurden Untersuchungen zur herstellerseitigen Integration plasmaaktiver Intumeszenzschichten in die Deckschicht zukünftiger Bodenbelagsgenerationen durchgeführt. Abschließend wurde ein mobiles Funktionsmuster zur plasmabasierten Trockenentschichtung entwickelt.

Das plasmabasierte Trockenentschichtungsverfahren mit zugehörigem mobilem Reinigungsgerät erreicht bei hoher Flächenleistung eine rückstandsfreie Entfernung des Zweischichtsystems ohne Beschädigung der elastischen Bodenbeläge. Aufgrund der Einsparungen an Personal und Wasser sind damit Gesamteinsparungen in Höhe von 1 €/m² im Vergleich zur herkömmlichen wasserbasierten Grundreinigung zu erzielen.

Der For­schungs­be­richt ist auf An­fra­ge bei der FRT er­hält­lich.

Das IGF-Pro­jekt 18035 BG der For­schungs­ver­ei­ni­gung Eu­ro­päi­sche For­schungs­ge­mein­schaft Rei­ni­gungs- und Hy­gie­ne­tech­no­lo­gie e.V., Cam­pus Fich­ten­hain 11, 47807 Kre­feld, wurde über die AiF im Rah­men des Pro­gramms zur För­de­rung der in­dus­tri­el­len Ge­mein­schafts­for­schung und -ent­wick­lung (IGF) vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und En­er­gie auf­grund eines Be­schlus­ses des Deut­schen Bun­des­ta­ges ge­för­dert.