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Stoßwellen-basiertes Reinigungsverfahren für nassbelastete Barfußbereiche

IGF 19949 N

Aufgrund zunehmenden Gesundheitsbewusstseins und wachsenden Bedarfs in der Bevölkerung nach „höherwertiger“ Erholung nimmt die Fläche nassbelasteter Barfußbereiche in Deutschland stetig zu. Für die ca. 25.000 kleinen und mittelständischen Reinigungsdienstleister stellt daher die Reinigung und Desinfektion dieser nassbelasteten, barfuß begangenen Bodenbeläge einen wirtschaftlich sehr attraktiven Zukunftsmarkt dar. Für diese Flächen werden in der Regel mineralische Bodenbelagsmaterialien verwendet.

Vor allem die in Thermen und Solebädern neben Hautfett, Schweißrückständen, Kosmetika etc. auftretenden hartnäckigen mineralischen Ablagerungen sind nur schwer zu entfernen. Die tägliche Unterhaltsreinigung und Desinfektion nassbelasteter Barfußbereiche ist daher mit einem großen Aufwand verbunden und erfordert bis zu fünf Arbeitsgänge. Daraus resultieren hoher Zeit- und Personalbedarf bzw. geringe effektive Flächenleistung.

Ziel des Forschungsvorhabens war daher die Realisierung einer effizienten Unterhaltsreinigung nassbelasteter Barfußbereiche mit radialen Stoßwellen. Die Entfernung von Anschmutzungen durch radiale Stoßwellen und Wasser beruht dabei auf dem gezielten Eintrag mechanischer Energie in die Grenzflächen Wasser/Anschmutzung und Anschmutzung/Bodenbelag.

Beim Auftreffen radialer Stoßwellen auf diese Grenzflächen kommt es aufgrund der Impedanzunterschiede zwischen Wasser und Anschmutzung bzw. Anschmutzung und Bodenbelag zur Umwandlung akustischer in mechanische Energie. Der Eintrag mechanischer Energie führt zu einer „Absprengung“ der Anschmutzung vom keramischen Bodenbelag.

Im Rahmen des Projektes wurde ein Funktionsmuster eines mobilen Gerätes zur Stoßwellen-basierten Reinigung der nassbelasteten Barfußbereiche entwickelt, mit dem ein Reinigungs- und Desinfektionsverfahren realisiert wurde. Das entwickelte Funktionsmuster stellt eine Kombination aus Stoßwellenlaboranlage und Scheuersaugmaschine mit Walzenbürstenkopf dar. Die zur Stoßwellenerzeugung genutzten Applikatoren bewegen sich synchron auf einer Ellipsenbahn, so dass eine etwa 20 cm breite Bahn mit Stoßwellen und Walzenbürsten ohne Einsatz von Reinigungsmittel behandelt werden können.

Mit dem entwickelten Stoßwellenreinigungsgerät konnte unabhängig vom eingesetzten Bürstentyp und dem behandelten Fliesentyp durch die Kombination von Stoßwellen- und Bürstenmechanik auch ohne Einsatz von Reinigungsmittel eine deutlich höhere Schmutzentfernung als mit einer Scheuersaugmaschine mit Reinigungsmittel erzielt werden. Durch den dadurch bedingten Wegfall der Arbeitsgänge „Vornässen“ und „vollständige Entfernung von Reinigungsmittelrückständen“ sowie die dann direkt mögliche anschließende Desinfektion (Wegfall der separaten Desinfektionsmittelapplikation) ist mit einem optimierten Reinigungsgerät gegenüber der Nutzung einer herkömmlichen Scheuersaugmaschine eine um ca. 40 % erhöhte effektive Flächenleistung möglich.

Der Forschungsbericht ist auf Anfrage bei der FRT erhältlich.

Das IGF-Pro­jekt 19949 N der For­schungs­ver­ei­ni­gun­gen Eu­ro­päi­sche For­schungs­ge­mein­schaft Rei­ni­gungs- und Hy­gie­ne­tech­no­lo­gie e.V., Cam­pus Fich­ten­hain 11, 47807 Kre­feld, wurde über die AiF im Rah­men des Pro­gramms zur För­de­rung der in­dus­tri­el­len Ge­mein­schafts­for­schung und -ent­wick­lung (IGF) vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und En­er­gie auf­grund eines Be­schlus­ses des Deut­schen Bun­des­ta­ges ge­för­dert.