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Magneto-spumare Partikel zur rückstandsfreien Reinigung textiler Bodenbeläge

IGF 20214 N

Aufgrund ihrer Vorteile (z. B. wohnliche Atmosphäre, Gehkomfort, Rutschfestigkeit, Geräuschdämmung) werden textile Bodenbeläge in zunehmendem Maße im Objektbereich (z.B. Hotellerie und Gastronomie, Büroräume, Wohnbereiche von Alten- und Pflegeheimen) eingesetzt. Die Reinigung und Pflege textiler Bodenbeläge im Objektbereich stellt für die Branche der Reinigungsdienstleister daher einen wirtschaftlich bedeutsamen Markt dar.

Zur Erhöhung der Nutzungsdauer und zum Erhalt ihres optischen Erscheinungsbilds ist eine regelmäßige (üblicherweise jährliche) Grundreinigung textiler Bodenbeläge durch die Reinigungsdienstleister in vielen Bereichen unumgänglich. Hierbei werden hohe Konzentrationen an Reinigungschemikalien in die Nutzschicht der textilen Bodenbeläge eingebracht, die anschließend zusammen mit abgelöstem Schmutz aufwändig unter Einsatz großer Wassermengen entfernt werden müssen.

Trotzdem lassen sich Rückstände von in den Reinigungsmitteln enthaltenen Tensiden nicht vermeiden. Diese verstärken die Schmutzhaftung, so dass es zu einer schnellen Wiederanschmutzung kommt. Da bei der Grundreinigung große Wassermengen in die Nutzschicht eingebracht werden, muss der textile Bodenbelag lange trocknen (mindestens 12 h), bevor er wieder begangen werden kann.

Daher wurde ein innovatives Verfahren zur rückstandsfreien Reinigung textiler Bodenbeläge unter Reduktion der eingetragenen Restfeuchte auf Basis von Schäumen aus magneto-spumaren Partikeln entwickelt. Als magneto-spumare Partikel werden dabei magnetische Partikel verstanden, an denen amphiphile Polymerketten gebunden sind.

Die Schäume bestehen aus kleinen Luftbläschen, die durch Lamellen aus magneto-spumaren Partikeln und Wasser getrennt werden. Aufgrund ihrer hohen Desorptionsenergie liegen die magneto-spumaren Partikel im Schaum nicht als freie Partikel, sondern fest an Grenzflächen adsorbiert vor. Hierdurch besitzt der Schaum aus magneto-spumaren Partikeln eine sehr hohe Strukturstabilität.

Im Reinigungsprozess wird eine Dispersion der magneto-spumaren Partikel unter Aufschäumen in die Nutzschicht des textilen Bodenbelags eingebracht. Hierbei durchdringt der Schaum die Nutzschicht des textilen Bodenbelags vollständig, woraus ein intensiver Kontakt zwischen den magneto-spumaren Partikeln und den an Florfasern vorliegenden Anschmutzungen resultiert. Aufgrund der an der Oberfläche gebundenen amphiphilen Polymerketten lösen die magneto-spumaren Partikel Anschmutzungen von den Florfasern unter Einlagerung in die Schaumstruktur ab.

Der Schaum lässt sich anschließend aufgrund seiner hohen Strukturstabilität sowie der magnetischen Eigenschaften der magneto-spumaren Partikel zusammen mit inkludierten Anschmutzungen mittels eines speziellen magnetischen Bürstensaugers entfernen. Nach der Reinigung verbleiben nur geringe Wassermenge in der Nutzschicht des textilen Bodenbelags.

In Untersuchungen zur Schmutzentfernung konnte unter Einsatz magneto-spumarer Partikel eine mit praxisüblichen Grundreinigern vergleichbar gute oder sogar bessere Reinigungsleistung erzielt werden.

Der Forschungsbericht ist auf Anfrage bei der FRT erhältlich.

Das IGF-Pro­jekt 20214 N der For­schungs­ver­ei­ni­gun­gen Eu­ro­päi­sche For­schungs­ge­mein­schaft Rei­ni­gungs- und Hy­gie­ne­tech­no­lo­gie e.V., Cam­pus Fich­ten­hain 11, 47807 Kre­feld, wurde über die AiF im Rah­men des Pro­gramms zur För­de­rung der in­dus­tri­el­len Ge­mein­schafts­for­schung und -ent­wick­lung (IGF) vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und En­er­gie auf­grund eines Be­schlus­ses des Deut­schen Bun­des­ta­ges ge­för­dert.