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Pflegebefilmungen aus Flüssigmembran-separierten Komplementärphasen-Dispersionen

IGF 20504 N

Um die Nutzungsdauer zu erhöhen und das optische Erscheinungsbild zu erhalten, werden elastische Bodenbeläge mit Pflegebefilmungen versehen, die einen Schutz vor Kratzern, Abrieb sowie Gehspuren bieten und das Reinigungsverhalten verbessern.

Im Fall herkömmlicher Pflegebefilmungen (z. B. auf Basis anionischer Polymere) können verschiedene Schmutzkomponenten, insbesondere bei längeren Kontaktzeiten, in die elastischen Bodenbeläge eindringen und diese irreversibel schädigen. Beispiele für derartigen problematischen Schmutz sind alkoholische Desinfektionsmittel, jodhaltige Salben sowie Inhaltsstoffe von Arzneimitteln, Kosmetika, Parfüm und weitere Produkte aus dem Beauty- und Wellnessbereich.

Im Rahmen des Forschungsprojektes wurden daher Komplementärphasen-Dispersionen zur einstufigen Applikation von Pflegebefilmungen mit hoher Beständigkeit und Barrierewirkung gegenüber Schmutzkomponenten auf elastischen Bodenbelägen entwickelt.

Die Komplementärphasen-Dispersionen basieren auf herkömmlichen Pflegedispersionen und enthalten verkapselte kationische Polymere, die eine sehr hohe Vernetzungsdichte besitzen und im Trocknungsprozess über an der Kapseloberfläche vorliegende Aminogruppen in das metallvernetzte anionische Netzwerk der Befilmung eingebunden werden, wodurch sie als multifunktionaler Vernetzungspunkt dienen.

Aufgrund des hohen Vernetzungsgrads weisen Pflegebefilmungen aus Komplementärphasen-Dispersionen eine hohe mechanische und chemische Stabilität sowie eine hohe Barrierewirkung gegenüber Schmutzkomponenten auf. Die hohe Barrierewirkung beruht neben dem hohen Vernetzungsgrad auf der Immobilisierung der Schmutzkomponenten in einer solchen Pflegebefilmung: Über elektrostatische Wechselwirkungen adsorbieren anionische Schmutzkomponenten an den kationischen und kationische Schmutzkomponenten an den anionischen Polymeren

Der Forschungsbericht ist auf Anfrage bei der FRT erhältlich.

Das IGF-Pro­jekt 20504 N der For­schungs­ver­ei­ni­gun­g Eu­ro­päi­sche For­schungs­ge­mein­schaft Rei­ni­gungs- und Hy­gie­ne­tech­no­lo­gie e.V., Cam­pus Fich­ten­hain 11, 47807 Kre­feld, wurde über die AiF im Rah­men des Pro­gramms zur För­de­rung der in­dus­tri­el­len Ge­mein­schafts­for­schung und -ent­wick­lung (IGF) vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und En­er­gie auf­grund eines Be­schlus­ses des Deut­schen Bun­des­ta­ges ge­för­dert.